Best PracticeFamily Building at Work

Interview: Fertility Benefits bei Merck

Im Gespräch mit

Maggie Lester

Employee Benefits, Merck KGaA, Darmstadt

Interview

Christin Schrörs, Expertin für Family Building at Work

September 2026 Case Study · rund 15 Minuten Lesezeit

Interview auf Englisch geführt und ins Deutsche übersetzt.

Maggie Lester, Employee Benefits, Merck KGaA

Über Maggie Lester

Employee Benefits, Merck KGaA, Darmstadt

Maggie Lester ist Vergütungsexpertin mit mehr als 20 Jahren internationaler Erfahrung - erst in der Beratung, dann in Konzernen, gearbeitet hat sie in Großbritannien, Frankreich, der Schweiz, Japan und Hongkong. Heute verantwortet sie die Employee Benefits der Merck KGaA in Darmstadt und damit die Absicherung von über 62.000 Beschäftigten in 82 Ländern. Zuvor war sie unter anderem für Meta, HSBC (Asien-Pazifik) und Reuters tätig.

Für Lösungen, die Mehrwert für die Beschäftigten bieten und sich zugleich für das Unternehmen rechnen, brennt Maggie Lester seit jeher. Diversity und Inclusion sind für sie ein Business Case - kein Nice-to-have, und die Benefits eines Unternehmens zeigen, wofür es steht. Sie hat einen BSc in Volkswirtschaftslehre der University of Bristol und einen Executive MBA von INSEAD.

20+ Jahre
internationale Erfahrung
62.000
Beschäftigte
82
Länder
Employee Benefits
bei Merck
Christin Schrörs

Interview geführt von

Christin Schrörs

Expertin für Family Building at Work

Früher Head of People Development, mit mehr als 10 Jahren Erfahrung in einem DAX-Konzern, heute begleite ich Unternehmen dabei, Kinderwunsch und Familienplanung als Thema für ihre Belegschaft zu erkennen und zu gestalten: von der Standortbestimmung über passende Leistungen und Angebote bis zur internen Kommunikation und Schulung von Führungskräften.

Wenn Sie sich fragen, was diese Lebensphase für Ihr Unternehmen bedeutet und wo Sie ansetzen können, sortieren wir Ihre Ausgangslage in einem kurzen Gespräch - unverbindlich und konkret.

30 Minuten · unverbindlich · für HR und Benefits-Entscheider

Kapitel 01

Wie es bei Merck begann

Frage · Christin Schrörs

Gehen wir an den Anfang zurück: Wie kam der Fertility Benefit bei Merck überhaupt zustande?

Antwort · Maggie Lester

Kurz nachdem ich zu Merck kam - einem Konzern, auf den weltweit rund die Hälfte aller IVF-Behandlungen zurückgeht -, wurde ich gebeten, beim geplanten Fertility-Benefit-Projekt mit einzusteigen. Der Vorstand hatte das im Grundsatz schon einige Zeit vorher beschlossen, und der Head of Reward bat mich, meine Erfahrung einzubringen, damit es gut ankommt - und schnell. Zu diesem Zeitpunkt ist das also eine reine Managemententscheidung. Und genau hier wird es spannend, deshalb erzählen wir unsere Geschichte auch so gerne.

Weil wir Kinderwunsch-Medikamente herstellen, wandten sich Beschäftigte an ihre KollegInnen im Fertility-Bereich und baten um Hilfe.

Der Fertility-Bereich hatte da schon einiges aufgebaut, um die Belegschaft zu unterstützen: einen Help Desk, eine kollegiale Beratung von Betroffenen für Betroffene, und man hat sogar externe Fertilitätsexperten finanziert, bei denen sich Beschäftigte für ein erstes 30-minütiges Gespräch anmelden konnten.

Und genau das ist der Punkt: In einer anderen Branche hat man keine Ahnung, was viele der eigenen Leute gerade durchmachen. Wir dagegen ahnten, dass hier ein großes Thema unter der Oberfläche lag. Mehrere unserer Landeschefs hatten geprüft, unseren Mitarbeitern unsere Medikamente zum Selbstkostenpreis anzubieten - in den meisten Ländern ist das rechtlich aber nicht erlaubt.

Frage · Christin Schrörs

Der Anstoß kam also als direkter Bedarf aus der eigenen Belegschaft?

Antwort · Maggie Lester

So könnte man es sagen, ja. Weil sich Beschäftigte aus ganz persönlichen, gesundheitlichen Gründen an den Fertility-Bereich wandten, stellte sich dieser irgendwann die Frage, ob wir nicht einfach einen globalen Fertility Benefit einführen könnten. Und so war es am Ende das Business selbst, das den Bedarf in den Vorstand trug.

Kapitel 02

Warum es ein Unternehmensthema ist

Frage · Christin Schrörs

Sie haben selbst eine Kinderwunschbehandlung hinter sich. Wie sehr prägt diese Erfahrung Ihren Blick auf das Thema?

Antwort · Maggie Lester

Meine Kinder sind durch IVF entstanden. Es war ein langer Weg, und er hat viel Zeit und Geld gekostet. Aber er hat mir eine Menge Empathie mitgegeben und ein Gespür für die Tücken - und für all die feinen Nuancen, wenn man eben nicht zu den Menschen gehört, die auf natürlichem Wege eine Familie gründen können.

Frage · Christin Schrörs

In Deutschland höre ich noch oft: „Das ist Privatsache und kein Thema für Organisationen. Warum sollen wir hier investieren, wenn danach noch Abwesenheit durch Elternzeit droht?“ Was hat für Merck letztendlich den Ausschlag gegeben, genau in dieses Thema zu investieren?

Antwort · Maggie Lester

Herausforderungen im Prozess der Familiengründung zehren an einem - emotional, körperlich und finanziell. Das Emotionale und das Körperliche können wir niemandem abnehmen, das Finanzielle aber schon. Wenn Menschen eine Behandlung abbrechen, weil das Geld fehlt, dann bringt dies sehr reale emotionale Belastungen mit sich.

Um die voraussichtliche Nachfrage abzuschätzen, haben wir uns an US-Daten orientiert; in den USA gehört diese Leistung - wie bei den meisten großen Arbeitgebern - seit rund zehn Jahren zum Krankenversicherungsplan. Das nimmt der Kostenfrage viel von ihrem Schrecken. Der Bedarf wächst, und zugleich haben viele Länder den Zugang zu öffentlich finanzierten Behandlungen reduziert. Manche Frauen unterbrechen für die Behandlung sogar ihre Karriere.

Weltweit ist der ungedeckte Bedarf riesig - und er hängt vor allem an den hohen Kosten.

Frage · Christin Schrörs

Die meisten Entscheider, mit denen ich spreche, kennen selbst persönliche Beispiele aus ihrem privaten Umfeld, zum Beispiel Menschen in Kinderwunschbehandlungen. Aber bei der Einordnung als Thema für Organisationen zögern sie oft noch. Wie sehen Sie das? Ist dies ein privates oder geschäftliches Thema?

Antwort · Maggie Lester

Weder das eine noch das andere: Es ist beides. Unternehmen bieten Benefits aus ganz unterschiedlichen Gründen an. Zusätzliche Gesundheitsbenefits etwa locken Fachkräfte und verschafft ihnen schnellere, komfortablere Behandlung. Sie hat aber auch einen betrieblichen Nutzen: Wer sein gesundheitliches Problem rasch gelöst bekommt, ist mit dem Kopf wieder bei der Arbeit. Ein Mitarbeiter, der um seine Familiengründung kämpft und sich die Behandlung nicht leisten kann, wird im Job kaum zu Höchstform auflaufen. Indem wir unsere Mitarbeitenden unterstützen, bringen wir - davon sind wir überzeugt - auch unsere Teams und das Geschäft in Bestform.

Frage · Christin Schrörs

Häufig höre ich den Einwand: „Merck stellt selbst Kinderwunsch-Medikamente her, natürlich unterstützt so ein Konzern dann auch einen Fertility Benefit - aber für Unternehmen außerhalb dieser Branche macht das keinen Sinn!“ Was entgegnen Sie diesem Einwand?

Antwort · Maggie Lester

Ich würde es umdrehen. Wir haben dies nicht getan, weil wir die Medikamente herstellen - sondern aus demselben Grund, aus dem jeder Arbeitgeber zusätzliche Benefits anbietet: damit Mitarbeitende für ihre Gesundheit sorgen können und mit dem Kopf wieder voll bei der Arbeit sind. Unsere Nähe zum Thema hat es uns nur leichter gemacht, den Bedarf zu erkennen. Der Business Case ist für ein Unternehmen, das mit Fertilität nichts zu tun hat, exakt derselbe.

Kernaussage · Maggie Lester
Der Business Case ist für ein Unternehmen, das mit Fertilität nichts zu tun hat, exakt derselbe.
Kapitel 03

Was Deutschland unterschätzt

Frage · Christin Schrörs

Was hat Sie beim Rollout des Fertility Benefits in Deutschland überrascht?

Antwort · Maggie Lester

In Deutschland hielt man das Angebot zunächst klar für überflüssig, da man glaubte, die Kostenübernahme durch die Krankenkassen wäre bereits ausreichend. Aber es hat sich herausgestellt, dass dies keineswegs der Fall ist - letztlich haben wir hier sogar mehr ausgegeben als erwartet.

Frage · Christin Schrörs

Ja, das deckt sich mit meinen Erfahrungen aus der Praxis. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen in Deutschland in der Regel nur die Hälfte der ersten drei Versuche, ausschließlich für Ehepaare, mit Altersgrenzen von 25 bis 40 für die Frau und 25 bis 50 für den Mann - alle anderen müssen die Behandlungen aus eigener Tasche finanzieren.

Und aus den Kliniken, mit denen ich zusammenarbeite, höre ich immer wieder, wie viele Frauen erst mit Ende dreißig zum Social Freezing kommen, wenn es oft längst zu spät ist.

Außerdem hat sich das Alter bei der ersten Geburt in den letzten Jahren stark erhöht und so gibt es in Deutschland einen immer größeren Gap zwischen der Anzahl der gewünschten Kinder und der tatsächlichen Geburten. Während im Ausland, insbesondere in UK, diese Problematik und das Thema Family Building in Unternehmen bereits bekannt und auch etabliert sind, ist es in Deutschland noch immer ein blinder Fleck.

Antwort · Maggie Lester

Ja, das habe ich auch persönlich beobachtet.

Als mein ältestes Kind zehn wurde, war ich plötzlich auf lauter 50. Geburtstagen eingeladen. Die berufstätigen, akademisch gebildeten Frauen, die ich am Schultor kennengelernt hatte, hatten erst Ende dreißig angefangen, über Kinder nachzudenken. Und wenn dann Ende dreißig die ersten Probleme auftauchen, braucht man auf einmal mit 39, mit 40 eine IVF - und fällt aus dem deutschen System. Deutschland kappt bei 40. Von Land zu Land ist das verschieden, aber 40 ist eine ziemlich gängige Grenze für die Frau. In Deutschland ist 40 eine harte Grenze für die finanzielle Förderung, genauso wie die Pflicht, verheiratet und heterosexuell zu sein - und viele Menschen stehen deshalb ohne finanzielle Unterstützung da.

Frage · Christin Schrörs

Sie sagten, Deutschland habe Sie überrascht - der Bedarf war größer als vorhergesagt. Wie groß war die Lücke am Ende, und was sollte dies einem deutschen Arbeitgeber sagen, der noch glaubt: „Bei uns ist alles abgedeckt, das ist nicht unser Problem“?

Antwort · Maggie Lester

Finanziell fiel es insgesamt nicht so sehr für uns ins Gewicht - global sind wir im Budgetrahmen geblieben. Aber der Bedarf an finanzieller Unterstützung ist in Deutschland eindeutig da, und die Beschäftigten schätzen einen Arbeitgeber, der den ganzen Menschen sieht und ihn umfassend unterstützt.

Kapitel 04

Mehr als nur Geld

Frage · Christin Schrörs

Die meisten deutschen Unternehmen werden nicht direkt mit einem Fertility Benefit starten, da sie anders als Merck viel weiter vom Thema Family Building entfernt sind. Daher die Frage: welche weiteren Bestandteile bieten Sie neben der finanziellen Unterstützung an und was hat die größte Wirkung?

Antwort · Maggie Lester

Anfangs hat Merck durchaus über globale Anbieter wie Carrot, Maven, Progyny und Apryl nachgedacht, sich dann aber aus verschiedenen Gründen entschieden, das Programm selbst aufzubauen. Damit stellte sich die Frage, was ein Anbieter über die reine Erstattung hinaus leistet - denn genau das, die emotionale und psychische Begleitung, wollten wir auch abdecken. Wir haben mit den Anbietern unserer Employee-Assistance-Programme (EAPs) gesprochen und sichergestellt, dass sie auch herausfordernde Aspekte der Familiengründungsphase adäquat abdecken. Ein Schwerpunkt lag auf der mentalen Gesundheit. Außerdem haben wir uns mit Fertility IQ (heute InflectionIQ) zusammengetan, die hervorragende Materialien für den ganzen Globus produzieren, darunter auch deutschsprachige Videos rund um den Kinderwunsch. Dort gibt es beispielsweise Handbücher wie „Welche Fragen stelle ich beim ersten Termin in der Kinderwunschklinik?“, aber auch sehr gezielte Angebote zu LGBTQI-Zugang und Herkunft. Solche Videos helfen den Beschäftigten, einen Einstieg zu finden, Fragen für die Beratung vorzubereiten und zu entscheiden, ob sie weitermachen wollen. Und wir haben eine interne Seite mit den wichtigsten Fragen zum Kinderwunsch aufgesetzt und Inhalte in mehreren Formaten angeboten, von Texten bis Videos.

Kapitel 05

Die Kosten - und wo man anfängt

Frage · Christin Schrörs

Für ein deutsches Unternehmen, das Familiengründung gerade erst als Thema für seine Belegschaft entdeckt: Was wäre der erste sinnvolle Schritt, den Sie empfehlen?

Antwort · Maggie Lester

Ein ganz wichtiger Punkt ist: Machen Sie es für alle Beschäftigten und ihre Partner. Das unterstützt Männer genauso wie Frauen. Wir sind zunächst mit einer länderspezifischen finanziellen Obergrenze gestartet, haben diese aber inzwischen wieder abgeschafft. Und ich glaube, jede Form finanzieller Unterstützung, die Sie anbieten können, ist ein guter Anfang - und wird enorm geschätzt.

Frage · Christin Schrörs

Wenn ein Unternehmen abwägt, einen Fertility Benefit einzuführen, ist eine der größten Sorgen die prognostizierte Nutzungsrate und die damit verbundenen Kosten: Wie viele Beschäftigte nehmen das Angebot erfahrungsgemäß pro Jahr wirklich in Anspruch - und wie sieht diese Nutzung typischerweise aus?

Antwort · Maggie Lester

Alle US-Daten, die ich kenne - über rund zehn Jahre, und weit über Merck hinaus - zeigen: Pro Jahr nutzen etwa ein bis zwei Prozent der Beschäftigten das Angebot, und der Löwenanteil davon entfällt auf eher geringe Kosten. Nur ein kleiner Teil davon geht danach in einen Behandlungszyklus, also IVF, Social Freezing und dergleichen. Und die Zahl derer, die mehr als einen Zyklus durchlaufen, ist verschwindend gering.

1-2 %

der Beschäftigten nutzen das Angebot pro Jahr

4,13 / 5

Bewertung als positives Signal für die Merck-Kultur

3,88 / 5

Bewertung durch Recruiter hinsichtlich der Stärkung der Arbeitgebermarke

40+ Länder

in denen bereits Anträge eingegangen sind

Kapitel 06

Kultur, Vertraulichkeit und Führungskräfte

Frage · Christin Schrörs

Die Erstattung der Behandlungskosten selbst läuft bei Merck ja vertraulich ab. Aber wie stellen Sie sicher, dass diejenigen, die sich trotzdem öffnen, dafür nicht mit ihrer Karriere bezahlen?

Antwort · Maggie Lester

Vertraulichkeit ist unverzichtbar, und wir haben viel investiert, um sie in unser Erstattungssystem einzubauen. Der eigentliche Gewinn aber ist der Kulturwandel - mit dieser finanziellen Hilfe machen wir klar, dass wir hinter Menschen stehen, die eine wirklich harte Lebensphase durchmachen. Und wir wollen, dass unsere Kultur und unsere Kolleginnen und Kollegen das auch widerspiegeln.

Egal, auf welchem Weg eine Frau schwanger wird, sie wird rund um die Geburt eine Zeit lang ausfallen - unsere finanzielle Unterstützung beim Kinderwunsch unterstreicht unsere fürsorgliche Kultur. Das zeigt, wie das eigene Handeln prägt, worüber man überhaupt reden darf - das Klima, die Kultur im Unternehmen. Es setzt ein Zeichen: Wir schätzen unsere Mitarbeiter als „ganze“ Menschen, mit all ihren unterschiedlichen Erfahrungen. Das ist betriebswirtschaftlich sinnvoll und stärkt die Kultur - was sich wiederum positiv auf die Geschäftsergebnisse auswirkt.

Kernaussage · Maggie Lester
Der eigentliche Gewinn aber ist der Kulturwandel.
Kapitel 07

Erfolg messen - und was als Nächstes kommt

Frage · Christin Schrörs

Bevor wir zum Ende kommen: Was ist Ihnen neben dem, was wir bereits besprochen haben, sonst noch wichtig zu erwähnen?

Antwort · Maggie Lester

In über 40 Ländern sind bereits Anträge eingegangen. Das ist für uns der eigentliche Erfolgsmaßstab. Man kann so etwas leicht groß verkünden und die Antragstellung dann so kompliziert machen, dass am Ende niemand das Angebot wirklich nutzt. Uns ist es tatsächlich gelungen, den Benefit wirklich zugänglich zu machen - und zugleich ein kulturelles Signal zu senden, das zeigt, wer wir sind.

Frage · Christin Schrörs

Über die Anträge hinaus: Haben Sie Belege dafür, dass sich das wirklich auszahlt - etwa darin, wie Merck als Arbeitgeber wahrgenommen wird?

Antwort · Maggie Lester

Wir haben eine wissenschaftliche Studie mit über 2.600 KandidatInnen sowie Recruitern unterstützt. Wir wollten wissen, ob der Fertility Benefit als positives Signal für die Merck-Kultur gelesen wird - und, entscheidend, ob das nicht nur für die potenziellen Nutzer gilt, sondern für alle Bewerber. Und das tut es tatsächlich: Die KandidatInnen bewerteten ihn mit 4,13 von 5 als positives Signal, selbst jene, die ihn nie selbst nutzen würden. Und die Recruiter bestätigen mit 3,88 von 5, dass er die Arbeitgebermarke insgesamt stärkt. Er beeinflusst, wer sich bewirbt und wie wahrscheinlich jemand ein Angebot annimmt - das ist genau die messbare, geschäftliche Wirkung, die wir erwartet hatten.

Frage · Christin Schrörs

Was möchten Sie jemandem mitgeben, der diesen Punkt sieht, aber immer noch zögert: „zu neu, zu privat, zu teuer“?

Antwort · Maggie Lester

Wenn Sie zögern: Das hier ist nichts Exotisches - es ist dieselbe Benefits-Logik, die Sie längst an anderer Stelle anwenden. Und wenn zum ersten Mal ein Kollege oder eine Kollegin aus der Elternzeit zurückkommt, mit der Familie, die diese Person schon fast aufgegeben hatte, dann wissen Sie, dass es sich gelohnt hat.

Kernaussage · Maggie Lester
Das hier ist nichts Exotisches - es ist dieselbe Benefits-Logik, die Sie längst an anderer Stelle anwenden.
Kapitel 08

Über die Interviewpartnerin: Maggie Lester

Frage · Christin Schrörs

Sie sind seit 25 Jahren im Bereich internationaler Employee Benefits zu Hause. Wie kamen Sie dazu, inklusive Benefits als betriebswirtschaftlichen Hebel zu sehen und nicht als ein „Nice-to-have“?

Antwort · Maggie Lester

Wie viele in diesem Feld habe ich mit der Altersvorsorge angefangen - große Kosten, riesige Risiken für ein Unternehmen. Im letzten Jahrzehnt rückte dann in den Fokus, versicherte Leistungen wie die medizinische Versorgung inklusiver zu machen. Und irgendwann sieht man, welche Rolle Diversity und Inclusion dabei spielen, die Kultur eines Unternehmens nach außen zu tragen. Es reicht nicht, dass ein Unternehmen sich LGBTQI-freundlich nennt - das müssen die Beschäftigten überall auf der Welt auch so erleben, ob sie nun selbst dazugehören oder als Verbündete. Diese Lücke zu schließen, ist zum Kern meiner Arbeit geworden. Das vergrößert den Talentpool und macht einen zum Wunscharbeitgeber - gerade in Communitys mit großartigen Talenten. Psychologisch sichere, vielfältige Räume bringen breitere Debatten, bessere Produkte und stärkere Unternehmen hervor.

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