Family Building at Work: Was Unternehmen von den Vorreitern lernen können

Deutschland steht bei diesem Thema noch am Anfang. Doch erste Unternehmen sammeln bereits konkrete Erfahrungen damit, wie sie Mitarbeitende bei Kinderwunsch und Familiengründung unterstützen können.

Die Grundlage

Ich habe mit den Menschen hinter einem der ersten Programme eines DAX-Konzerns gesprochen, von der Verantwortlichen für die Benefits bis zur betroffenen Mitarbeiterin.

Fünf Erkenntnisse zeigen, was Unternehmen daraus lernen können - und warum der erste Schritt nicht gleich ein großer finanzieller Benefit sein muss.

Zu den fünf Erkenntnissen

Bindung

Wer die Familiengründung unterstützt, bindet seine besten Leute.

Familiengründung fällt in genau die Jahre, in denen Menschen Karriere machen und in denen Unternehmen sie am wenigsten verlieren wollen.

Wer sie in dieser Phase spürbar unterstützt, gewinnt Loyalität, die weit über den Moment hinaus wirkt. Und das gilt für jedes Unternehmen, unabhängig von Branche und Größe.

„Der Business Case ist für ein Unternehmen, das mit Fertilität nichts zu tun hat, exakt derselbe.“

Maggie Lester, Merck KGaA

Bedarf

Der Bedarf ist längst da, er wird nur nicht ausgesprochen.

Familiengründung, Kinderwunsch und Fehlgeburten betreffen einen großen Teil jeder Belegschaft, aber kaum jemand spricht am Arbeitsplatz darüber.

Das Schweigen ist kein Zeichen dafür, dass es das Thema nicht gibt, sondern dafür, dass es bisher keinen Raum dafür gab.

Wer diesen Raum schafft, adressiert einen realen, aber unsichtbaren Bedarf.

Kosten

Ein solches Angebot kostet weniger, als die meisten befürchten.

Die häufigste Sorge ist die Nutzung. Was, wenn das plötzlich alle in Anspruch nehmen?

Erfahrungswerte aus den USA über rund zehn Jahre zeigen: Pro Jahr nutzen nur etwa ein bis zwei Prozent der Beschäftigten das Angebot, der größte Teil davon günstige erste Schritte, nicht teure Behandlungen.

Das Budgetrisiko ist planbar.

1–2 %

jährliche Nutzung - Erfahrungswert aus der Praxis

Interview mit Maggie Lester, Merck KGaA

Kultur

Für alle ist es ein Signal, dass hier eine gute Kultur herrscht.

Die eigentliche Wirkung liegt nicht im Geld, sondern in der Botschaft: Dieses Unternehmen sieht den ganzen Menschen.

Das stärkt die Bindung nach innen und die Arbeitgebermarke nach außen, sogar bei Menschen, die das Angebot selbst nie nutzen würden.

Es zahlt direkt auf Mitarbeiterbindung und Arbeitgeberattraktivität ein.

„Nicht als Lippenbekenntnis, sondern als echtes Angebot für alle.“

Mitarbeiterin, Merck KGaA (anonym)

Einstieg

Der Anfang kostet nichts, außer dass Sie das Thema sichtbar machen.

Sie müssen nicht mit einer finanziellen Leistung starten.

Der erste Schritt ist niedrigschwellig: das Thema benennen, Führungskräfte sprachfähig machen, klare Ansprechpartner benennen.

Die finanzielle Unterstützung ist die Kür, nicht der Anfang.

Sie können sofort beginnen und trotzdem Wirkung erzielen.

01Klein anfangen

02Erfahrungen sammeln

03Strategisch weiterentwickeln

Strategischer Einstieg

Wie steht Ihr Unternehmen beim Thema Family Building at Work?

Sie müssen nicht sofort ein umfassendes Angebot entwickeln. Der erste Schritt kann sein, gemeinsam zu schauen, wo Ihr Unternehmen heute steht und welche Maßnahmen sinnvoll sind.

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