Der Bericht · Merck
Von der unsichtbaren Belastung zur erlebten Unterstützung
Key Facts
- Unternehmen
- Merck
- Leistung
- Fertility Benefit, anonyme Abrechnung
- Weg zum Kind
- 3 Jahre, mehrere IVF- und ICSI-Zyklen
- Wirkung
- Rückkehr nach der Elternzeit, gestärkte Bindung
Auf dem Papier: keine Einschränkungen
Nach außen hat sie funktioniert. Konstant. Die Leistungsbewertungen blieben gut, Fehlzeiten gab es kaum.
Was nicht sichtbar war: die Phasen des Wartens, in denen Konzentration kaum möglich war. Die Meetings, in denen sie körperlich anwesend war, aber gedanklich auf einen Anruf wartete. Der Krankenhausaufenthalt nach einer Eileiterschwangerschaft, kurzfristig, eine Woche, ohne Vorwarnung.
Dass sie zum großen Teil im Homeoffice arbeitete, hat vieles erleichtert. Arzttermine ließen sich einbauen, ohne Erklärungen, ohne Blicke.
Psychologische Sicherheit als Voraussetzung
Dem Team hat sie nichts gesagt. Der Chefin schon. Nicht weil es leicht war, sondern weil das Vertrauen da war.
Sie wollte nicht, dass kurzfristige Ausfälle als Unzuverlässigkeit gewertet werden. Die psychologische Sicherheit in dieser Beziehung hat das Gespräch erst möglich gemacht.
Stabilität als wichtigste Priorität
Während der Phase der Familiengründung kam es im Unternehmen zu einer Reorganisation. Im Zuge dessen hätte es die Möglichkeit gegeben, eine neue und vielleicht auch höhere Position anzustreben.
Sie hat sich bewusst dagegen entschieden, weil ihr in dieser Lebensphase Stabilität wichtiger war.
Kinderwunsch betrifft alle
Ihr Mann hat in dieser Zeit mit zwei Kollegen in seinem Unternehmen gesprochen, die selbst auch betroffen waren. Sein Arbeitgeber bot kein eigenes Unterstützungsprogramm für den Kinderwunsch an.
Was der Fertility Benefit bedeutet hat
Sie hat den Fertility Benefit in Anspruch genommen. Die Abrechnung lief vollständig anonym, unabhängig von der Führungskraft. Die Chefin erfuhr nichts davon. Ihr Arbeitgeber kam auch für Kosten auf, die offiziell dem Partner zugerechnet wurden.
Die Medikamente bekam sie über die Apotheke. Dass ihr Arbeitgeber zufällig genau diese Produkte herstellt, hat sie berührt - eine stille Verbindung zwischen ihrer persönlichsten Lebensphase und dem Unternehmen, für das sie arbeitet. Das Einreichen des Benefits war unkompliziert und einfach.
Was sie fast noch mehr bewegt hat als der Benefit selbst, war die Art, wie er kommuniziert wurde: für alle Familienkonstellationen, ausdrücklich für alle, unabhängig von Beziehungsstatus oder Konstellation. Als unverheiratetes Paar fühlten sie sich damit zum ersten Mal ausdrücklich gesehen.
„Die Kommunikation hat mir gezeigt: Familie ist hier wirklich wichtig. Nicht als Lippenbekenntnis, sondern als echtes Angebot für alle."
Mitarbeiterin, Merck · anonymisiert
Das Angebot drumherum
Im Unternehmen gab es anonyme Expertenwebinare zum Thema Kinderwunsch, ohne Namens- oder Bildangabe der Teilnehmenden. Sie hat diese genutzt. Auch kostenloses Coaching über das EAP war verfügbar, dieses hat sie jedoch nicht in Anspruch genommen.
„Allein zu wissen, dass diese Angebote da sind, hat mir ein gutes Gefühl gegeben."
Mitarbeiterin, Merck · anonymisiert
Was das für das Unternehmen bedeutet
Auf die Frage, ob ihr Arbeitgeber noch etwas hätte tun können, um sie auf ihrem Weg zur Familiengründung zu unterstützen, verneint sie. Ihre Erfahrung war durchweg positiv.
Ihre Bindung wurde gestärkt. Nach der Elternzeit hätte sie wechseln können, so wie dies viele Frauen nach der Elternzeit tun. Sie tut es nicht.
Sie fühlt sich ihrem Arbeitgeber durch all die Unterstützung auf dem Weg zum Wunschkind verbunden und freut sich, dorthin zurückzukehren.

